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  • AutorenbildProf. Dr. Hans H. Bass

Was sind Schlafstörungen?

Aktualisiert: 26. Sept. 2023

Von einer behandlungsbedürftigen Schlafstörung ("Insomnie") sprechen wir, wenn Einschlaf- oder Durchschlafstörungen oder eine schlechte Schlafqualität dreimal oder mehrmals pro Woche über einen Monat hinweg aufgetreten sind. Die Betroffenen denken dann in der Regel viel an ihre Schlafstörung und machen sich große Sorgen über negative Konsequenzen. Der unbefriedigende Schlaf verursacht einen deutlichen Leidensdruck oder wirkt sich störend auf Alltagsaktivitäten aus.


Kennzeichen der Durchschlafprobleme sind häufige Wachperioden, Schwierigkeiten nach den nächtlichen Wachperioden wieder einzuschlafen und/oder frühmorgendliches Erwachen verbunden mit der Unfähigkeit wieder einzuschlafen.

Therapie bei Schlafstörungen

Eine Insomnie kann sowohl körperliche (organische) als auch psychische Ursachen haben. In einigen Fällen kann nicht scharf zwischen nicht-organischen und organischen Ursachen unterschieden werden, z. B. wenn der Patient aus Sorge über seine körperliche Erkrankung schlecht schläft.


Kurzfristige Schlafstörungen können meist auf Stress zurückgeführt werden. Sobald der auslösende Stress wegfällt, hören die Schlafstörungen meist von allein auf.


Chronische Schlafstörungen hängen möglicherweise mit einer veranlagungsbedingten Übererregbarkeit zusammen, wodurch eine dass eine Herabregulation des Stresssystems verhindert wird. Eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Insomnie spielen auch Sorgen und das Grübeln. Bei den Betroffenen tauchen die beunruhigenden Gedanken vor allem nachts auf und rauben ihnen den Schlaf. Sie können dann ihre Sorgen und Ängste nicht einfach abschalten.


Für die Entstehung einer chronischen Insomnie werden genetische Veranlagung, frühkindlicher Stress, und einschneidende Lebenserfahrungen verantwortlich gemacht. Die Schlafstörungen können einen Teufelskreis in Gang setzten und die Insomnie verstärken und festigen, weil der Schlafmangel und die schlechte Schlafqualität die Stressbewältigung schwächt, was wiederum einen erholsamen Schlaf verhindert.


Anhaltende Schlafstörungen, die mit einem Mangel an erholsamen Schlaf einhergehen, werden als Risikofaktoren für Unfälle und eine Vielzahl von organischen Erkrankungen (z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Adipositas betrachtet. Darüber hinaus gilt Schlafmangel auch als Risikofaktor für psychische Krankheiten (z. B. Depressionen und Angststörungen).


Weil die Ursachen für nicht-organisch bedingte Schlafstörungen so vielfältig sind, empfiehlt sich eine Psychotherapie, die unterschiedliche Ansätze nutzt. Davon mehr in einem anderen Blogbeitrag!

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